7. Dezember

Das Rebhuhn des Johannes

Eines Tages, Johannes war einmal mehr in das Spiel mit seinem Rebhuhn vertieft und vergaß alles um sich herum, da kam ein Jäger des Weges und beobachtete ihn ein kleines Weilchen. Der Mann war mehr als erstaunt, dass der heilige Johannes so losgelöst von all den wichtigen Dingen, die in seinem Leben auf dem Programm stehen mussten, sich dem Tier widmete, als gäbe es nichts Wichtigeres auf der Welt.
Die Angelegenheit ließ dem Mann keine Ruhe und so sprach er den heiligen Johannes an: „Was vertust du deine Zeit mit sinnlosem Spiel? Gibt es für dich nichts Besseres zu tun?“
Johannes aber antwortete ihm mit einer Gegenfrage: „Trägst du deinen Bogen den ganzen Tag gespannt mit dir herum, als wolltest du den Pfeil jeden Augenblick abschießen?“
„Wenn ich das täte, dann wäre der Bogen schon nach kurzer Zeit unbrauchbar, denn die Sehne würde an Spannung verlieren. Zu einem guten Schuss wäre mein Bogen dann nicht mehr nütze!“, antwortete der erstaunte Jäger.
„Genau so geht es mir, wenn ich den ganzen Tag denke und sinniere. Mein Geist ist dann so überspannt, dass er keines guten Gedankens mehr fähig ist!“, erklärte ihm der Heilige. „Daher gönne ich mir einige vergnügliche Momente mit meinem Rebhuhn um hernach wieder ausgeruht an mein Tagwerk gehen zu können.“

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