3. Dezember

Der Vertrag von Gubbio

Der heilige Franziskus gehört in die Reihe bekannter aber auch außergewöhnlicher Menschen, bei denen Gottes Wirken ein deutliches Zeichen hinterließ. Man sagt ihm nach, er habe die Tiere nicht nur geachtet, nein, er habe auch das Wort des Herrn allein für sie verkündet, wenn sich die Bewohner von Wald und Feld um ihn versammelten.

Jeder, der selbst ein Tier besitzt weiß, dass es nichts Ungewöhnliches ist, wenn man mit diesem Tier Gespräche führt. Und niemand von uns erwartet dabei eine Antwort. Beim heiligen Franz aber muss das anders gewesen sein. So lebt bis heute die Legende, dass der Heilige einen wilden und gefährlichen Wolf dazu gebracht haben soll, sein Morden aufzugeben.

Das italienische Dorf Gubbio war bedroht von ebendiesem Wolf, der begonnen hatte, Mensch und Tier vor Angst erstarren zu lassen. Was mit dem Reißen von Schafen begonnen hatte, machte auch vor den Dorfbewohnern nicht halt und niemand getraute sich mehr allein in das Gebiet, das der Wolf für sich beanspruchte.

Da konnte nur noch von Franziskus Hilfe kommen und der Bürgermeister bat ihn, sich der Sache anzunehmen. Franziskus zog in den Wald und begegnete dort dem Wolf, der sogleich in wildes Gebrüll ausbrechen wollte. Da der Heilige ihm aber völlig furchtlos gegenübertrat und ihn darum bat, Menschen und Tiere von Gubbio zu verschonen, berichtete das wilde Tier von seinem großen Hunger, der ein Morden erforderte, wenn der Wolf nicht sterben wollte.

Franz versprach, dass die Bürger von Gubbio sich in Zukunft um die Ernährung des Wolfes kümmern würden, wenn er sie und ihr Vieh im Gegenzug verschonte. Der Wolf kannte die Menschen zwar anders, wollte aber tun, wie der heilige Franz es ihn gebeten hatte.

Und tatsächlich: Man stellte ihm sein Futter bereit und von da an gab es kein Morden und Töten mehr im Umkreis des Dorfes. Mensch und Tier war es gelungen, mit der Hilfe des heiligen Franz, einen dauerhaften Frieden zu schließen und miteinander zu leben, statt gegeneinander anzukämpfen. Da beide Seiten den Vertrag einhielten, war die Gefahr vorbei und das Dorf konnte endlich aufatmen.

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